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02.08.2017 Blog

Wer gesellig ist, hat deutlich mehr Gehirnzellen..

Die Gehirne von Menschen mit verschlossenem oder offenem Charakter unterscheiden sich erheblich von einander. Das belegen die Forscher an der Universität Cambrige mit einem Experiment: Gesellige Menschen haben demnach in zwei Hirnregionen deutlich mehr Nervenzellen als Einsiedler.

Zwei Hirnregionen - eine direkt über den Augen und eine tief im Zentrum des Gehirns - enthalten bei offenen, warmherzigen Menschen mehr Nervenzellen als bei Menschen, die andere eher meiden. Beide Areale gelten als Teil des ausgeklügelten Belohnungssystems des Gehirns und sind etwa an der Vermittlung des Wohlgefühls nach der Nahrungsaufnahme oder beim Sex beteiligt. Ob allerdings die Häufung der Nervenzellen den Hang zur Geselligkeit verursacht oder ob sie bei kontaktfreudigen Menschen erst mit der Zeit entsteht, können die Forscher um Graham Murray von der Universität Cambridge noch nicht sagen. Sie stellen ihre Studie im Fachmagazin "European Journal of Neuroscience" vor.

Das Ergebnis war überraschend deutlich: Je höher die Konzentration der sogenannten Grauen Substanz - jenes Teils des Hirngewebes, der die Nervenzellkörper enthält - in zwei Hirnarealen namens orbitofrontaler Cortex und vertrales Striatum waren, desto höher war die Punktzahl im Fragebogen, desto mehr neigten die Probanden also zu Geselligkeit, sozialen Kontakten und Offenheit. Es sei sehr interessant, dass das Ausmaß dieser doch sehr komplexen Persönlichkeitsmerkmale in Beziehung zu Strukturen im Gehirn stehe, die sehr wichtig für die fundamentalsten, einfachsten biologischen Triebe wie Nahrungsaufnahme und Sex sind, sagt Studienleiter Murray. "Das gibt uns vielleicht einen Hinweis darauf, wie sich komplexe Charakterzüge wie Geselligkeit und Warmherzigkeit aus Strukturen entwickelt haben, die ursprünglich nur wichtig für grundlegende biologische Überlebensmechanismen waren." (Quelle: "Die Welt")